Am 10. November 1927 wurde die Feuerwehrkapelle Bremen durch Feuerwehrhauptmann Philipp Heierhoff ins Leben gerufen.

Es fanden sich 19 musikliebende und spielfreudige Feuerwehrkameraden zusammen, dies waren die Kameraden:

Caspar Westhoff, Heinrich Poggel, Caspar Bahne, Franz Poggel, Eberhard Kettler, Heinrich Schrage, Theodor Schilling, Adolf Stamen, August Lenze, Hermann Kötter, Christian Mimberg, Josef Lottmann sen., Franz Vollmer, Josef Vollmer, Theodor Schrage, Josef Kettler, Bernhard Busemann, Wilhelm Busche, Norbert Mutzenbach

Nicht geringe Schwierigkeiten stellten sich Feuerwehrhauptmann Philipp Heierhoff, als er mit Einwilligung und tatkräftiger Unterstützung des damaligen Vorstandes die Feuerwehrkapelle aus der Taufe hob. Da galt es, zunächst einmal die Kosten für die Instrumente - insgesamt waren dies immerhin 1944.40 Reichsmark - aufzubringen, die zunächst aus der Vereinskasse vorgelegt, später von den einzelnen Musikern ratenweise zurückerstattet wurden.

Nach und nach wurden dann alle weiteren Ausrüstungsgegenstände, Noten, Notenständer und Uniformen in der Hauptsache, in gegenseitiger Hilfe beschafft.

 

Der Neheimer Musiker Anton Pickhard nahm sich zunächst der Ausbildung der Feuerwehrkapelle an.
Wenig später dirigierte sie jedoch schon der damals knapp 19jährige Caspar Westhoff, Bremen, der mit Unterstütung durch die Wehr die Städtische Musikschule in Hagen hat besuchen können.
Schon am 2. Weihnachtstag 1927 trat die junge Kapelle anlässlich eines Theaterabends der Freiwilligen Feuerwehr an die Öffentlichkeit und übernahm mit gutem Erfolg die musikalische Unterhaltung.

 

Wenn die Kapelle auch damals noch den Kinderschuhen steckte, war ihrem Leiter der Anfang nicht sonderlich schwer gemacht, weil seine Musiker immer mit heller Begeisterung bei der Sache und zum größten Teil auch bereits mit der Notenlehre vertraut waren, hatten sie doch schon jahrelang vorher in einem Mandolinenorchester der Jünglings-Sodalität unter Leitung von Heinrich Pieper, Höingerheide, mitgewirkt.

Im Herbst des darauffolgenden Jahres umrahmte die junge Kapelle bereits selbständig das Feuerwehrfest mit Konzertstücken, Marsch- und Tanzmusik.

Es folgten weitere Auftritte bei Feuerwehr- und Schützenfesten, Feste, die bis heute ein wichtiger Bestandteil im Terminkalender des Musikzuges sind. In den folgenden Jahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war die Feuerwehrkapelle bei Veranstaltungen in Bremen und Umgebung nicht mehr wegzudenken.

Der Zweite Weltkrieg unterbrach die vielversprechende Aufbauarbeit der Bremer Feuerwehrkapelle, die sich bereits einen Namen gemacht hatte und riss unersetzliche Lücken in die Reihen der Musikkameraden. Sieben tapfere Männer kehrten nicht zurück.

Wieder stand Caspar Westhoff, der als einer der Ersten aus der russischen Kriegsgefangenschaft heimkehrte, vor einem neuerlichen Anfang.

Das gesamte Notenmaterial, das im großen Notenschrank im Feuerwehrgerätehaus aufbewahrt worden war, war vernichtet worden. Alle Notenständer, eine große und eine kleine Trommel, sowie einige andere Instrumente waren völlig zertrümmert.

Der Opfergeist der Feuerwehrkameraden und vieler Bremer Bürger war in diesen Monaten vorbildlich. Durch ihn konnte allmählich wieder vieles Verlorengegangene beschafft werden, obgleich die damalige Währung keine größeren Anschaffungen zuließ.

Junge Männer, die Lust und Liebe zum Musizieren mitbrachten, fanden sich in dieser Zeit zwei- bis dreimal in der Woche zum Proben ein. An einer großen Tafel mit den vorgezogenen Notenlinien erläuterte ihnen Caspar Westhoff die Elementar-Musiklehre. In unendlicher Kleinarbeit, mit ausdauernder Geduld, aber auch mit pädagogischem Geschick und nicht zuletzt mit seinem nie versagenden, gesunden Humor verstand der tüchtige Dirigent es, seine Musiker zu immer größeren Leistungen anzuspornen und weiter zu bilden.
So schuf er sich, der Gemeinde und allen Musikfreunden aus nah und fern erneut einen Klangkörper, dessen Können und gutes Auftreten wieder überall beliebt und geschätzt war. Nach ihrer Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft schlossen sich dem Muzikzug zwei ehemalige Berufsmusiker an, und zwar Paul Schreiber und Erich Lehmberg.

Diese Kameraden bildeten die Grundlage dafür, dass im Jahre 1952 in Bremen das 25jährige Bestehen des Feuerwehrmusikzuges gefeiert werden konnte, gleichzeitig konnte Caspar Westhoff auf eine 25jährige Dirigententätigkeit zuückblicken.
Ein großes Musikfest am 26. und 27. April 1952 in der Schützenhalle Bremen gab diesen Jubiläen sein äußerliches Gepräge. Hier zeigte sich die echte Verwurzelung der Feuerwehrkapelle mit der gesamten Gemeinde, die freudigen Anteil nahm, war es doch ihre Feuerwehrkapelle, die bei Festlichkeiten und Veranstaltungen des früheren Kriegervereins, der Schützenbruder-schaft der Sport- oder Gesangvereine, der Feuerwehr oder anderer Organisationen, bei Prozessionen und Beerdigungen immer dabei war.
 
 

Caspar Westhoff, Caspar Bahne, Josef Kettler, Franz Vielberg, Erich Lehmberg, Anton Hering, Caspar Stock, Josef Lottmann jun., Heinz Klenter, Heinz Hering, Josef Telgenbüscher, Bernhard Hering, Theodor Stamen, Franz Jolk, Bernhard Busemann, Wilhelm Schulte, Paul Schreiber, Franz-Josef Klenter, Eberhard Kettler, Heinrich Schrage, Theodor Schilling, Josef Dümpelmann

 

Von diesen Kameraden sind bis heute noch aktiv: Josef Telgenbüscher und Josef Lottmann jun.

Caspar Westhoff führte den Musikzug bis zum Jahre 1961 als Obermusikzugführer mit einer Unterbrechung von 1957 bis 1959, als Erich Lehmberg als Musikzugführer die Stabführung hatte.

Von 1961 bis 1985 stand Heinz Klenter an der Spitze des Musikzuges, zunächst als Musikzugführer, seit 1983 als Obermusikzugführer.
Er wurde seit 1983 von Klaus Osterhaus und ab 1984 von Heinz Weber als Musikzugführer unterstützt.

Dem dankenswerten und unermüdlichen Einsatz von Heinz Klenter und seinen Kameraden ist es zu verdanken, dass 1966 weitere 15 Nachwuchsmusiker in den Reihen des Musikzuges und zum Teil auch von ihm selbst ausgebildet wurden.

Schon 1967 konnte diese junge Besetzung beim Jugendmusikfest in Hoppecke vor einer breiten Öffentlichkeit überzeugen.
Im gleichen Jahr wurde in Bremen das 40jährige Jubiläum unter großer Beteiligung der Bevölkerung gefeiert.

Ein weiterer Erfolg war auch der Anlass des 50jährigen Bestehens des Musikzuges 1977, zu dem 25 Kapellen aus der näheren und weiteren Umgebung und sogar aus Holland ihre Aufwartung machten.
Unter den jungen Musikern, die sich 1977 noch in der Ausbildung befanden, war mit Edith Vollmer erstmals ein Mädchen (!) vertreten.

Ein Beweis des Einsatzes und der hervorragenden musikalischen Ausbildung der Musiker durch Heinz Klenter und seiner Kameraden ist die erste Teilnahme des Musikzuges an einem Wertungsspielen beim Bundesfeuerwehrtag in Hannover 1980. Hier gewann man auf Anhieb die Silbermedaille.
 
 
Im selben Jahr wurde in Zusammenarbeit mit der Schützenbruderschaft St. Lambertus Bremen das erste Weihnachstkonzert ausgetragen. Einer der Hauptinitiatoren war Heinz Klenter.
Bis zum heutigen Tag erfreut sich das Weihnachtskonzert großer Beliebtheit bei Jung und Alt, bei der Bevölkerung ebenso wie bei den Musikern selbst; können diese doch hier ihr Können unter Beweis stellen, sei es in Solovorträgen oder in der Gesamtbesetzung.
Das dargebotene Repertoire reicht von volkstümlicher Musik über Opern-/Operetten- musik, Werke der großen Komponisten (z.B. Johann Strauß, Richard Strauß, Verdi etc.) bis hin zu Rock- & Popmusik der Neuzeit.

Ab 1980 konnten 10 weitere Musiker dazugewonnen werden, hierunter war nun auch eine größere Zahl Mädchen.
Während dieser Zeit wurde auch das Jugendorchester von Heinz Weber ins Leben gerufen. Der Jugendmusikzug bestand damals aus 31 Musikerinnen und Musikern.

Bei den Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen des Löschzuges Bremen 1985 wurde Obermusikzugführer Heinz Klenter offiziell verabschiedet. 25 Jahre hatte er dem Musikzug als Dirigent und Musikzugführer vorgestanden. Gleichzeitig wurde Heinz Weber als sein Nachfolger eingeführt. 

Die Zeit von 1985 bis 2002 ist als Ära-Heinz-Weber in die Geschichte des Musikzugs eingegangen. In den 17 Jahren seiner Tätigkeit als Musikzugführer setzte Dirigent Heinz Weber die Erfolgsgeschichte des Musikzugs fort: Heinz Weber förderte die Jugendausbildung, steigerte das Niveau und erweiterte
das Spektrum sowie die Besetzung des Orchesters. 
Unter seiner Führung wuchs der Musikzug bis zum 60-jährigen Jubiläum 1987 auf 44 aktive Mitglieder zuzüglich vier Kameraden der Alters- & Ehrenabteilung an.
 
 
Der Höhepunkt der musikalischen Entwicklung ist der Sieg beim Bundeswertungsspiel 1990 in Friedrichshafen gewesen. Nachdem sich der Musikzug 1989 beim Landeswertungsspiel in Kleve qualifizieren konnte, waren die Musikerinnen und Musiker hoch motiviert, auch beim Bundeswertungsspiel
ein gutes Ergebnis zu erzielen. Dass letztlich sogar die höchste Wertung nach Ense ging, entschädigte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für monatelange intensive Arbeit.

Langjähriger Weggefährte von Heinz Weber war Frank Busemann, der dem Dirigenten 12 Jahre lang als Vorsitzender zur Seite stand. Auch nachdem Heinz Weber 2002 abtrat, war Frank Busemann noch mehrere Jahre im Vorstand aktiv.

Als stellvertretende Musikzugführer und Dirigenten erwarben sich in diesen Jahren Klaus Osterhaus, Peter Gutwin und Manfred Scheferhoff große Verdienste um den Musikzug.

Weitere Nachwuchsgenerationen arbeiteten parallel zum Erwachsenenorchester im Jugendorchester des Musikzugs. Auch hier hatten Klaus Osterhaus, Peter Gutwin und Manfred Scheferhoff Verantwortung übernommen. Ihre kontinuierliche und erfolgreiche Arbeit sicherten Bestand wie Qualität des Musikzugs auf Jahrezehnte.

Ein weiterer Meilenstein jener Zeit war die Reise nach Prag. Auf Einladung des Bremer Apothekers Helmut Winkin begab sich der Musikzug unmittelbar nach dem Fall des eisernen Vorhangs in die damalige Tschechoslowakei. Dort genossen die Musikerinnen und Musiker das Privileg, als erstes westliches Blasorchester nach dem Krieg auf dem Wenzelsplatz in Prag zu musizieren.
 
 
Als letzte musikalische Station führte Heinz Weber seine Kameradinnen und Kameraden 2002 in das 75-jährige Jubiläum. Hier erlebte auch das kurz zuvor neu gegründete Jugendorchester seine Premiere. Der Jugendmusikzug war auf Initiative von Manfred Scheferhoff und unter der Leitung von Detlef Budde
neu aufgebaut worden. 65 Mädchen und Jungen bevölkerten damals die Bühne in der Bremer Schützenhalle. Insgesamt waren an diesem Wochenende weit über 100 Angehörige des Musikzugs im Einsatz.

Am dritten Festtag übergab Heinz Weber den Dirigentenstab an seinen Nachfolger, Manfred Scheferhoff. Seither genießt Heinz Weber den Status "Ehrendirigent" im Musikzug.
 
 
Manfred Scheferhoff leitete zusammen mit Thomas Friebe als Vorsitzenden zwei Jahre lang die Geschicke des Musikzugs.

Nach dem Ausscheiden des Führungsduos Manfred Scheferhoff und Thomas Friebe gelang es dem Orchester, erstmalig einen auswärtigen Dirigenten zu gewinnen.

Auf Vermittlung des stellvertretenden Musikzugführers Detlef Budde hatte der gebürtige Allagener Michael Rebein seine Bereitschaft erklärt, im Musikzug den Taktstock zu führen. Michael Rebein wurde vom Orchester mit großer Herzlichkeit aufgenommen. Er dankte es den Musikerinnen und Musikern mit viel Fleiß und Können sowie einer bemerkenswerten Wertschätzung jedem einzelnen gegenüber.

Michael Rebein standen als Vorsitzende zunächst wieder Frank Busemann und seit Anfang 2007 Michael Schiller zur Seite. Diese führen seither auch die Bezeichnung "Musikzugführer", welche bis dahin von den Dirigenten geführt wurde. Als stellvertretender Dirigent und Musikzugführer betätigt sich seit 2002 Detlef Budde, der seit 2000 auch die Geschicke des Jugendorchesters leitet.
 
 
Dem Musikzug und dem Jugendmusikzug gehören in dieser Zeit jeweils deutlich mehr als 50 Mitglieder an. Damit führt das Bremer Feuerwehrorchester die Mitgliederstatistik des Dachverbandes VMB-NRW im Kreis Soest an. Für die außergewöhnlich erfolgreiche Nachwuchsarbeit wurde dem Musikzug im Jahr 2005 als erstem Orchester in NRW die Josef-Decker-Ehrenmedallie verliehen.
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